Spanien löscht über 65.000 Airbnb-Anzeigen – was Eigentümer und Gäste jetzt wissen sollten

Im Frühjahr 2025 hat die spanische Regierung eine landesweite Durchgreifaktion gegen nicht lizenzierte Ferienwohnungen gestartet. Insgesamt wurden rund 65.935 Airbnb-Angebote gelöscht – ein Schritt im Kampf gegen Wohnungsknappheit und illegale Vermietung.

Spanien greift durch: Über 65.000 Airbnb-Anzeigen gelöscht

Die spanische Regierung hat einen drastischen Schritt im Kampf gegen illegale Ferienvermietung unternommen: Mehr als 65.000 Angebote auf Airbnb wurden gelöscht. Der Grund: Viele der gelisteten Unterkünfte entsprachen nicht den gesetzlichen Vorgaben – insbesondere fehlte in zahlreichen Fällen die vorgeschriebene Registrierungsnummer für die touristische Vermietung.

Was steckt hinter dieser Maßnahme?

Spanien kämpft schon seit Jahren mit einer angespannten Wohnraumsituation in beliebten Urlaubsregionen. Vor allem in Städten wie Madrid, Valencia und auf den Balearen sind steigende Mieten, Wohnungsknappheit und zunehmender Overtourismus zentrale Probleme. Die Regierung reagiert nun mit strengeren Kontrollen und einer klaren Botschaft: Wer Ferienwohnungen vermietet, muss sich an die geltenden Regeln halten.

Was wurde konkret veranlasst?

Im Mai 2025 ordnete das Verbraucherschutzministerium die Löschung von rund 66.000 Inseraten an, die nicht korrekt registriert waren oder bei denen keine klare Angabe zum Anbieter vorlag. Der Großteil dieser Anzeigen war auf Plattformen wie Airbnb aktiv. Besonders betroffen waren Großstädte und touristisch stark nachgefragte Regionen. Auch Gerichtsurteile haben das Vorgehen der Regierung gestützt.

Warum trifft das so viele Angebote?

Viele Eigentümer bieten ihre Ferienimmobilie online zur Vermietung an, ohne sich mit den Lizenzanforderungen auseinanderzusetzen. In der Comunidad Valenciana – zu der unter anderem Alicante, Valencia und Castellón gehören – ist eine sogenannte VT-Nummer (Vivienda Turística) verpflichtend. Sie muss bei jeder Anzeige angegeben werden. Fehlt sie, gilt das Angebot als illegal.

Was bedeutet das für Eigentümer?

Für Vermieter bringt die neue Vorgehensweise klare Konsequenzen mit sich:
• Ohne gültige Lizenz darf eine Ferienwohnung nicht mehr angeboten werden.
• Inserate ohne VT-Nummer werden künftig systematisch entfernt.
• Plattformen wie Airbnb werden stärker in die Pflicht genommen, auf die Einhaltung lokaler Gesetze zu achten.

Wer seine Immobilie also weiterhin legal vermieten möchte, sollte umgehend prüfen, ob alle formellen Anforderungen erfüllt sind – oder professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen.

Wie wirkt sich das auf Urlauber aus?

Auch Reisende werden die Auswirkungen spüren:
Das verfügbare Angebot – vor allem günstiger Wohnungen – könnte kurzfristig schrumpfen. Zudem müssen viele Inserate neu geprüft oder angepasst werden, was zu Verzögerungen bei der Buchung führen kann. Langfristig entsteht jedoch ein transparenterer Markt mit besserer Kontrolle und mehr Sicherheit für Gäste.

Was Sie als Eigentümer jetzt tun sollten

Wenn Sie eine Ferienimmobilie in Spanien besitzen oder vermieten möchten, sollten Sie Folgendes beachten:

  • Stellen Sie sicher, dass Ihre Immobilie über eine gültige Touristenlizenz verfügt.
  • Veröffentlichen Sie Ihre VT-Nummer in jeder Anzeige sichtbar.
  • Vermeiden Sie eigenmächtige Vermietung ohne Prüfung der lokalen Vorschriften.
  • Beauftragen Sie im Zweifel eine Hausverwaltung, die sich mit den Anforderungen vor Ort auskennt.

Fazit: Mehr Kontrolle, mehr Verantwortung

Die spanische Regierung macht ernst: Ferienvermietung soll künftig nur noch legal, transparent und unter klaren Bedingungen möglich sein. Für verantwortungsvolle Eigentümer ist das eine Chance, sich langfristig abzusichern und rechtlich auf der sicheren Seite zu bleiben. Wer frühzeitig handelt, vermeidet Bußgelder – und sorgt gleichzeitig für Vertrauen bei seinen Gästen.

Fotonachweis: © Peggy auf Pixabay